Genealogie Bemberg - neue Spitzen-Ahnen gefunden

Wie bereits in dem Artikel „Das Elend mit den fehlenden Daten“ dargestellt, wurden die Kirchenbücher im deutschsprachigen Raum flächendeckend „offiziell“ erst mit dem Erlass des Ehedekretes Tametsi vom 11. November 1563 während des Konzils von Trient eingeführt, wodurch zumindest Eheregister und in Folge Taufregister eingeführt wurden. Erst im Jahr 1614 wurden im Rituale Romanum Formulare für Sterbebücher und Firm-Matrikel entworfen und genaue Formulare für die Tauf- und Traumatrikel erstellt.
Doch es dauerte oft noch Jahrzehnte, bevor die Kirchenbücher auch überall konsequent geführt wurden, so dass vor Beginn des 1600 Jahrhunderts (also vor 1500 n. Chr.) im deutschsprachigen Raum Personendaten von „Normalos“ kaum zu finden sind.
Ironischer Weise waren es die Kriege und die Verschwendungssucht eines Adeligen (Johannes II., Herzog von Kleve und Graf in der Mark), die dazu geführt haben, dass die vermutlich frühesten auffindbaren Ahnen der Familie Bemberg vom Bemberghof Bauernschaft Elfringhausen gefunden werden konnte.
Im „Schafbock in Mark Anno 1486“ (Schatzbuch der Grafschaft Mark von 1486) sind im Amt von "Blankensteyne" (Blankenstein) bei der Bauerschaft "Elffrinkhuysen" (Elfringhausen) gleich 2 Bembergs (vermutlich Brüder) aufgeführt, die der neu eingeführten Steuerpflicht auf bäuerlichem Grundbesitz unterlagen.
Das Original des „Schafbock in Mark Anno 1486“ wird im NRW-Landesarchiv, Abteilung Westfalen, Münster, aufbewahrt und ist die älteste Steuerliste über den bäuerlichen Grundbesitz in weiten Teilen der ehemaligen Grafschaft Mark.
Das Schatzbuch der Grafschaft Mark von 1486 wurde durch A. Meister in dessen Buch „Ausgewählte Quellen und Tabellen zur Wirtschaftsgeschichte der Grafschaft Mark“ aufgenommen, beschrieben und erklärt. Das 1909 durch den Verlag Ruhfus in Dortmund herausgegebene Buch ist heute als digitalisiertes Buch in den Digitalen Sammlungen der Universitäts- und Landesbibliothek Münster (https://sammlungen.ulb.uni-muenster.de/ ) verfügbar. Dieses PDF-Dokument steht gemäß der im Portal angegebenen Lizenz kostenfrei zur Verfügung.




